FAQs
Häufig gestellte Fragen


Unter dieser Rubrik finden Sie häufig gestellte Fragen von Mitgliedern mit Antworten

 
Antworten
 
1. Was ist das Versorgungswerk? Wozu dient es?
Berufsständische Versorgungseinrichtungen sind öffentlich-rechtliche Sicherungssysteme für Angehörige kammerfähiger Freier Berufe für deren Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenversorgung. Die Versorgungswerke sind auf landesgesetzlicher Rechtsgrundlage errichtete Einrichtungen des öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung. Die Pflichtmitgliedschaft entsteht grundsätzlich automatisch mit der Aufnahme der beruflichen Tätigkeit im räumlichen Zuständigkeitsbereich des jeweiligen Versorgungswerkes.
 
Die berufsständischen Versorgungswerke repräsentieren einen Versorgungstypus eigener Art, der der ersten Säule des gegliederten und auf drei Säulen ruhenden Alterssicherungssystems (gesetzliche Rentenversicherung/Beamtenversorgung, betriebliche Altersversorgung, private Renten- und Lebensversicherung) hinzugerechnet wird. Sie sind solidarische, gemeinnützige Einrichtungen der jeweiligen Berufsstände, die den Mitgliedern insbesondere im Alter und bei Berufsunfähigkeit ein ausreichendes finanzielles Existenzniveau sichern sollen. Der Versicherungspflicht unterliegen beim Versorgungswerk der Psychotherapeutenkammer NRW die selbständig tätigen Angehörigen dieses Berufsstandes. Die angestellten Angehörigen des Berufsstandes der Psychotherapeuten sind zwar ebenfalls Mitglied des Versorgungswerkes. Sie können sich allerdings von der Beitragspflicht zum Versorgungswerk aufgrund der weiter bestehenden Versicherungspflicht in der Deutschen Rentenversicherung befreien lassen.
 
Das Versorgungswerk ist auf Beschluss der Kammerversammlung am 28. September 2003 gegründet worden und hat als berufsständische Pflichtversorgungseinrichtung der Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Nordrhein-Westfalen seine Tätigkeit satzungsgemäß zum 01. Januar 2004 aufgenommen. Es ist eine teilrechtsfähige Einrichtung der Psychotherapeutenkammer Nordrhein-Westfalen gemäß § 6 a HeilBerG NRW. Seine Aufgaben werden eigenverantwortlich durch ehrenamtlich tätige Berufsangehörige wahrgenommen, die sich für die laufende Verwaltung einer professionellen Geschäftsführung bedienen. Organe des Versorgungswerkes sind die Kammerversammlung der Psychotherapeutenkammer Nordrhein-Westfalen, die aus je 5 Mitgliedern der Kammerbezirke Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und der Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer bestehende Vertreterversammlung und der mit 5 Mitgliedern besetzte Verwaltungsrat. Im Rahmen der Selbstverwaltung bestimmen diese Gremien über die Grundlagen des Mitgliedschafts-, Beitrags- und Leistungsrechts.
 
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2. Wer ist Mitglied im Versorgungswerk?
Mitglied im Versorgungswerk ist jede Psychotherapeutin und jeder Psychotherapeut, die/der Mitglied der Psychotherapeutenkammer Nordrhein-Westfalen, der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg oder der Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer wird und zu diesem Zeitpunkt das 63. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Es handelt sich um eine gesetzliche Pflichtmitgliedschaft, die nicht durch Antrag begründet oder durch Kündigung beendet werden kann, sondern sie ist ausschließlich an die Zugehörigkeit zur Psychotherapeutenkammer Nordrhein-Westfalen, zur Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg oder zur Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer geknüpft.
 
Grundsätzlich wird also jede/r Psychotherapeut/in mit der Approbation und der damit verbundenen Pflichtmitgliedschaft in der jeweiligen Psychotherapeutenkammer automatisch auch Pflichtmitglied des Versorgungswerkes.
 
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3. Was ist, wenn ich aus der Psychotherapeutenkammer ausscheide?
Die Mitgliedschaft endet, wenn Sie nicht mehr als Mitglied der Psychotherapeutenkammer Nordrhein-Westfalen, der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg oder der Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer angehören, es sei denn, Sie beziehen zu diesem Zeitpunkt eine Rentenleistung durch das Versorgungswerk. Liegt kein Rentenbezug vor, bleiben Ihre an das Versorgungswerk gezahlten Beiträge in der Regel im Versorgungswerk; Sie haben hieraus eine dynamische Rentenanwartschaft erworben.
 
Unter bestimmten Umständen können die an das Versorgungswerk gezahlten Beiträge an eine sich anschließenden Pflichtmitgliedschaft in einem anderen Versorgungswerk übergeleitet werden. Außerdem besteht bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen die Möglichkeit, die Mitgliedschaft im Versorgungswerk freiwillig fortzusetzen.
 
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4. Kann ich mich als Angestellter zugunsten des berufsständischen Versorgungswerkes von der gesetzlichen Rentenversicherung befreien lassen?
Nein, dies ist nicht möglich. Da sich die Psychotherapeutenkammern erst nach der Rentenreform 1995 gegründet haben, die eine Schließung der Möglichkeiten der Befreiung von angestellten Mitgliedern berufsständischer Versorgungswerke ab diesem Jahr statuiert hat, besteht für diesen Berufsstand kein Befreiungsrecht.
 
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5. Worin bestehen die Unterschiede zur gesetzlichen und privaten Rentenversicherung?
Im Gegensatz zur gesetzlichen Rentenversicherung sowie der privaten Renten- und Lebensversicherung beziehen die berufsständischen Versorgungswerke kraft ihres Versorgungsauftrages regional begrenzt nur Angehörige bestimmter Berufsgruppen ein. Die Regelung des einzelnen Versorgungswerkes können auf das spezifische Versorgungsbedürfnis der jeweiligen Versichertengemeinschaft ausgerichtet werden. Im Rahmen der Selbstverwaltung entscheiden die Mitglieder selbst über die Grundlagen des Mitgliedschafts-, Beitrags- und Leistungsrechts.
 
Im Unterschied zur gesetzlichen Rentenversicherung besteht für die Versicherten sofortiger Schutz ohne Wartezeit (Ausnahme: Gründungsmitglieder). Bei den Leistungen werden Einkünfte aus anderen Einkommensquellen nicht berücksichtigt. Zur Finanzierung der Leistungen werden kapitalbildende Verfahren eingesetzt, die auf die spezifischen Anforderungen des einzelnen Versorgungswerkes zugeschnitten sind. Die Finanzierung erfolgt ohne Inanspruchnahme staatlicher Zuschüsse.
 
Im Unterschied zu den privaten Renten- und Lebensversicherungen entsteht die Pflichtmitgliedschaft ohne gesonderten Vertragsabschluss kraft Gesetzes, die Rechtsbeziehung zwischen Mitglied (Versichertem) und Versorgungswerk sind öffentlich- rechtlicher Natur. Eine Gesundheitsprüfung ist bei Aufnahme als Mitglied in der Regel nicht erforderlich. Der Beitrag orientiert sich am Berufseinkommen und deckt das Berufsunfähigkeitsrisiko sowie die Hinterbliebenenversorgung ohne Zusatzbeitrag mit ab. Ein erhöhtes Risiko führt zu keinem höheren Beitrag – Haftungsausschlüsse für bestimmte Risiken erfolgen nicht (Solidarkomponente). Die Leistungen werden nicht geschmälert durch Provisionszahlungen, Werbemaßnahmen, interne Abschlusskosten, Steuern (insbesondere Körperschaftssteuern), Rückversicherungsbeiträge und Dividenden. Im Hinblick auf die Sicherstellung einer lebenslangen Versorgung auf Rentenbasis ist eine Kapitalisierung der Rentenansprüche nicht vorgesehen.
 
Darüber hinaus unterliegen die Versorgungswerke der staatlichen Rechts- und Versicherungsaufsicht sowie einer jährlichen Wirtschaftsprüfung.
 
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6. Welches Finanzierungsverfahren wendet das Versorgungswerk an?
Das Versorgungswerk der Psychotherapeutenkammer NRW wendet in der Versicherungsmathematik das modifizierte offene Deckungsplanverfahren an. Dieses kapitalbildende Verfahren berücksichtigt die durchschnittliche Verweildauer der Beiträge, wobei ein Zinsfaktor in die Rentenberechnung einfließt, der sich jedes Jahr dem Lebensalter anpasst (altersgerechte Verrentung). Anders als das individuelle Anwartschaftsdeckungsverfahren nach dem Muster der privaten Lebensversicherung eröffnet das modifizierte offene Deckungsplanverfahren eine deutlich flexiblere Ausgestaltung des Beitrags- und Leistungsrechtes. Während beim individuellen Anwartschaftsdeckungsverfahren lediglich die über die Anlage des angesammelten Kapitals erwirtschafteten Erträge zur weiteren Erhöhung der Anwartschaften durch Überschusszuteilungen sowie Dynamisierungen der Renten verwendet werden können, gibt es beim modifizierten offenen Deckungsplanverfahren mehr Gewinnquellen, wie etwa die sich aus der Entwicklung des Beitragssatzes und der Bemessungsgrenze zur Deutschen Rentenversicherung ergebenden Erträge aus der Beitragsdynamik. Ein Rechnungszins in Höhe von 3,5% fließt in die versicherungsmathematische Bewertung der Beiträge ein.
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7. Wer bzw. welche Gremien treffen welche Entscheidungen zu den Angelegenheiten des Versorgungswerkes?
Die Vertreterversammlung beschließt über die Feststellung des Jahresabschlusses, die Festsetzung der Beiträge und Bemessung der Leistungen, die Entlastung des Verwaltungsrates, die Wahl und Abberufung von Verwaltungsratsmitgliedern, die Aufwandsentschädigung für Mitglieder der Vertreterversammlung und des Verwaltungsrates sowie über die Änderung der Satzung.
 
Der Verwaltungsrat führt die Geschäfte des Versorgungswerkes. Ihm obliegen nach der Satzung alle Aufgaben, die nicht explizit der Vertreterversammlung zugewiesen sind oder die in die Zuständigkeit der Geschäftsführung gehören.
 
Neben diesen beiden Organen leitet die Geschäftsführung die Geschäftsstelle und führt die laufenden täglichen Verwaltungsgeschäfte nach den vom Verwaltungsrat bestimmten Grundsätzen und Richtlinien. Insbesondere vollzieht die Geschäftsführung die Beschlüsse des Verwaltungsrates.
 
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8. Wie sicher sind die mir zustehenden Versorgungsleistungen? Kann das Versorgungswerk im schlimmsten Fall „pleite“ gehen?
Die Leistungen des Versorgungswerkes sind nicht weniger sicher als die Leistungen der Deutschen Rentenversicherung oder der privaten Versicherungswirtschaft. Alle Versorgungssysteme sind nur so sicher wie die allgemeine Entwicklung der jeweiligen Volkswirtschaft. Darüber hinaus sind aber mehrere zusätzliche Sicherungsmaßnahmen zur Gewährleistung der ständigen Erfüllbarkeit der Leistungen des Versorgungswerkes in Gesetz und Satzung eingebaut.

So wird das Versorgungswerk nicht nur durch den Vorstand und die Vertreterversammlung ständig kontrolliert, zusätzlich übt auch die staatliche Rechts- und Versicherungsaufsicht eine nicht unerhebliche Kontrolle über die Sicherheit des Versorgungswerkes aus. Überdies wird das Versorgungswerk jährlich auch von einem Wirtschaftsprüfer geprüft, der ebenfalls insbesondere die versorgungswerksbezogenen Risiken bei der Durchführung und Verwaltung des Versorgungswerkes kontrolliert und überprüft. Schließlich und endlich obliegt es dem Versicherungsmathematiker, permanent die versicherungsmathematischen Grundlagen für die Berechnung der Leistungen zu überprüfen und ggf. Vorschläge zur Behebung etwaiger Fehlentwicklungen zu machen. Damit ist ein berufsständisches Versorgungswerk in mehrfacher Weise gesichert.
 
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